Orlando University of Arts

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 Pausenhof

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Hausmeister
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BeitragThema: Pausenhof   Mi Apr 12, 2017 6:27 pm


Der Pausenhof ist ein großer Hof, welcher mehrere Grünflächen besitzt und wo einige Spielgeräte stehen, z.B. Tischtennisplatten, ein Basketballfeld und einen Bolzplatz. In der Mitte ist ein recht großer "Kreisel" in wessen Mitte ein Brunnen steht, auf wessen Rand man sich setzen kann. Ringsherum stehen Kirschbäume, die im Frühling rosafarbene Blüten tragen. Für die Schüler ist dies ein beliebter Platz in den Pausen oder als Treffpunkt nach der Schule. Im Frühling sind hier häufig Pärchen anzutreffen.
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Mattia Nelson
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BeitragThema: Re: Pausenhof   Mo Jul 03, 2017 3:09 pm

Post 001

Ich sass unter einem der Kirschbäume im Pausenhof und starrte auf meinen Block. Irgendwie haute das heute nicht ganz hin. Man konnte es mir auch nicht verübeln. Seit vor einem Monat die ersten Prüfungen abgenommen waren, hatte ich wieder mehr Freizeit. Mehr Freizeit hiess aber gleichzeitig auch mehr Gigs. Und mehr Gigs hiessen, dass ich Wochenenden lang durch die USA fuhr und meist erst am frühen Morgen ins Bett kam. Und so ein neues Album liess sich ja auch nicht von alleine schreiben. Gerade sass ich an unserem ersten Song für das neue Album. Titel: bisher noch unbekannt. Die Melodie hatten wir, der Refrain stand auch. So hatten die Jungs und ich am Sonntag an der Probe schnell noch die Melodie eingespielt. Jetzt hatte ich einen Kopfhörer im linken Ohr, liess die Töne durch meinen Kopf gehen und versuchte mich an einem Text für die Strophen. Doch so ganz einfach war das nicht, wenn man noch total übermüdet war. Wir hatten am Wochenende einen Auftritt in unserer Heimatstadt gehabt und ich war nach NY hoch geflogen. Jetlag pur. Und dann Montag morgen früh zurück, damit ich möglichst wenig Stunden verpassen würde und direkt vom Flughafen in den Vorlesungssaal. Es war hart aber ich würde die Gigs für nichts missen wollen. Das Gefühl auf der Bühne zu stehen und die Menge zu hören, wie sie abgehen und dir deine Texte zurück schreien... das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Wieder glitt mein Blick auf den Notizblock. Die ersten drei Zeilen der ersten Strophe hatte ich bereits:

State Champs - Eyes Closed:
 

Ich riss mich zusammen, tappte mit meinem Bleistift im Takt auf den Notizblock und liess die Musik erneut laufen. Leise begann ich das was ich bereits hatte mitzusingen, was gar nicht so einfach war, wenn man bedenkt, dass die Lyrics eigentlich ziemlich geschrien werden. Doch es hatte geklappt, mir war was für die nächste Zeile eingefallen und so murmelte ich: "But now I've reconsidered it all".


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Lexie Kowalcyzk

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BeitragThema: Re: Pausenhof   Mo Jul 03, 2017 3:31 pm

Mit einer zittrigen Hand halte ich das Stück Papier in meinen Händen hoch und lese erneut die ersten fünf Zeilen. Von denen fünf Zeilen blieben mal wieder nur die ersten beiden hängen. Es ist irgendwie eine Ironie des Schicksals. Eine Schauspielstudentin hat Probleme sich den Text zu merken und wird beim bloßen Gedanken auch schon nervös. Sonst ist das auch nicht so gravierend, was aber auch daran liegt, dass normalerweise der Text wunderbar in meinem Kopf bleibt und ich meine Gesichtsausdrücke und Gefühle passend dazu imitieren kann. Zusätzlich fand ich es noch frustrierender, dass ich den Grund für diesen Durchhänger nicht kenne. Es lag weder an zu wenig Schlaf, noch an einer Krankheit, die mich befallen hat. Vermutlich einfach eine Pechsträhne, die mich aus heiterem Himmel überfällt. Vielleicht würde mir die frische Luft gut tun? Ich setze zumindest meine Hoffnung darin und betrete den Pausenhof. Ein paar Studenten sitzen auf der Wiese oder unter den Bäumen, weshalb ich es ihnen gleich tue. Ich setze mich zwei bis drei Meter weiter weg von einem blonden Typen, der vollkommen vertieft ist. Er würde mich beim Lernen schon nicht stören. Ich setze mich ins Gras und lege daneben meine Tasche hin. Mit einer flüssigen und gewohnten Handbewegung fasse ich meine Haare zu einem Zopf zusammen und trinke noch einen Schluck, bevor ich mich diesem Übel zuwenden muss. Ohne es wirklich mitzubekommen bewege ich zum Text meine Lippen und stelle mir dabei innerlich das Ganze als eine erlebte Situation vor. Ich war so konzentriert auf meinen Text, sodass ich ziemlich zusammenzucke und hochschrecke, als der Blonde etwas vor sich hermurmelt. Aus Reflex frage ich laut – vielleicht einen Ticken zu laut: „Was? Meinst du mich?“ Durch die ruckartige Bewegung verirrten sich ein paar lange Haare in meinen Mundwinkel – es passierte mir wirklich viel zu oft – und ich ziehe sie hastig wieder in ihre Position. Ich will schließlich nicht den Eindruck erwecken, als wäre ich komplett irre und esse gerne meine eigenen Haare.

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Mattia Nelson
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BeitragThema: Re: Pausenhof   Mo Jul 03, 2017 3:39 pm

Post 002

Ich war mir bewusst gewesen, dass andere Studenten hier waren. Aber ich hatte nicht erwartet, dass mein leises vor mich her gesinge jemanden stören würde. Doch kaum hatte ich die neuen Zeilen vor mir her gemurmelt, schreckte neben mir ein braunhaariges Mädchen zusammen und meinte: "Was? Meinst du mich?". Ich lächelte leicht und nahm meinen Kopfhörer aus dem Ohr. "Ne, Sorry ich wollte dich nicht stören. Geht nur einfacher irgendwie, wenn man es laut ausspricht", antwortete ich und sah mir sie an. Ich hatte sie glaube ich noch nie gesehen, aber das war auch kein Wunder auf dem Campus hier. Ich erkannte ja kaum alle, die mit mir in einem Studiengang sassen. "Ich bin Mattia, sorry dass ich dich gestört hab", beschloss ich mich dann vorzustellen und lehnte mich etwas zu ihr um ihr die Hand hinhalten zu können. Das war wieder die Person in mir, die alles Andere tun wollte, als diesen Text fertig zu schreiben. Künstlerische Blockade, oder wie man so was nannte. Und da kam mir eine nette kleine Unterhaltung ja gerade gelegen. Auch wenn das eigentlich nicht so klug war. Ich hatte noch eine Menge zu tun, meine Jungs und ich hatten uns vorgenommen spätestens bis Ende Monat zwei neue Songs fertig zu haben, um sie auf den Frühlingsball der Uni zu präsentieren, wo wir auftreten würden. Na ja, würde schon klappen. Und sonst hatten wir ja noch genug alte Songs in petto, die der Menge richtig Feuer unter den Füssen machte.

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BeitragThema: Re: Pausenhof   Mo Jul 03, 2017 3:59 pm

Ich verstehe ihn wirklich, was das laut Text aussprechen angeht. So bleibt es besser im Kopf hängen und man kann auch herausfinden, wie es sich anhört. Im Kopf hört sich das meiste ja noch gut an, bevor man es ausspricht. „Kein Problem. Ich war auch nur gerade etwas vertieft, deswegen hast du mich vielleicht etwas erschrocken,“ erwidere ich lachend. „Wenn es nicht so seltsam rüberkommen würde, dann würde ich auch meinen Text laut proben.“ Ich hebe kurz das Stück Papier in meiner Hand und lasse es dann wieder auf meinen Schoß zurücksegeln. Er stellt sich vor und reicht mir die Hand, die ich, so höflich wie ich erzogen worden bin, annehme. „Alexandra, aber nenn' mich lieber Lexie oder Lexa, wie du willst.“ Ich lächle ihn freundlich an. Auf dem Campus lernt man wirklich sehr schnell andere kennen, auch wenn sie teilweise in komplett anderen Studiengängen sitzen. Und da ich mich nur zu gern von meiner eigentlichen Tätigkeit ablenken lasse und ich etwas mehr gute Laune vertragen könnte, frage ich ihn einfach neugierig: „An was arbeitest du denn? Etwa an einem Gedicht?“ Ich grinse ihn frech an. Nicht, dass an Gedichte schreiben etwas falsch wäre, aber ich fände es einfach ganz lustig. Aber hey, Schauspiel ist auch manchmal echt seltsam, wenn es nicht gut rübergebracht wird.

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BeitragThema: Re: Pausenhof   Mo Jul 03, 2017 4:12 pm

Post 003

Die Braunhaarige schien mir nicht böse zu sein und ich war ganz froh darüber. Schlechte Laune konnte ich jetzt wirklich nicht brauchen, dafür war mein Kopf viel zu müde. Sie erklärte, dass sie wohl nur etwas vertieft gewesen war und sich deshalb so erschrocken hatte. Ausserdem stellte sie sich als Alexandra vor, ich solle sie ruhig aber Lexie oder Lexa nennen. "Lexie also", erwiderte ich und lächelte sie an.  Sie schien mich zu verstehen, denn laut ihrer Aussage, würde sie ihren Text auch laut proben, wenn es nicht komisch wäre. "Wieso sollte es komisch sein? Probst du da gerade eine Liebeserklärung oder deine Rede, mit der du die Welt übernehmen wirst?", scherzte ich und schnappte mir den Zettel aus ihrem Schoss und überflog ihn. Mir sagte das nicht viel aber es sah ziemlich nach irgendeinen Text aus dem Schauspielbereich. "Was soll das bitte sein?", fragte ich und zog eine Augenbraue hoch, als ich ihr den Zettel zurück gab. Nun schien auch sie Interesse an meiner Arbeit gewonnen zu haben, denn sie fragte mich an was ich denn arbeiten würde. Ihre Vermutung war ein Gedicht, was ja nicht unbedingt extrem weit daneben war. "Wenn du die Meinung vertrittst, dass Songtexte die Gedichte des 21. Jahrhunderts sind, dann schreibe ich ein Gedicht", erwiderte ich und sah auf meinen Block, der einfach noch zu leer war. "Nein, um mal ernst zu sein. Ich schreib an einem Songtext aber mein Kopf ist ziemlich Matsch. Jetlag und Kreativität verstehen sich irgendwie nicht wirklich. Ich dachte ja, frische Luft hilft, aber weit bin ich noch nicht gekommen. Und du, was führt dich hier raus in den Pausenhof?", erklärte ich und schaute sie an. Ich war schon immer ziemlich direkt und neugierig gewesen. Wenn sie das jetzt störte, hatte sie Pech gehabt. Aber ich hoffte mal nicht, sonst würde sie womöglich noch abziehen und dann müsste ich ja wieder an meinem Text arbeiten... Nee, da war mir Ablenkung doch momentan viel lieber.

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BeitragThema: Re: Pausenhof   Mo Jul 03, 2017 7:35 pm

Er fragt mich, warum es komisch sein sollte und ich hebe zunächst nur amüsiert eine Augenbraue. „Warum das komisch sein soll? Naja, es schaut für andere aus als würde ich Selbstgespräche führen. Und ich habe schon mal tatsächlich eine Liebeserklärung laut geprobt und wurde dann von einem Kerl angemacht, der dachte, ich würde von ihm schwärmen.“ Ich muss kurz selbst lachen, als mir die Erinnerung wieder in den Sinn kommt. Es war mir zum Teil peinlich, zum Teil fand ich es aber einfach nur extrem lustig. „Es hat etwas gedauert ihn davon zu überzeugen, dass ich nichts von ihm will und auch nicht vorhabe mit ihm auszugehen.“ Manchmal bin ich wirklich froh, nicht so schüchtern, sondern sehr offen zu sein. Mir fällt es sehr leicht ein Gespräch mit Fremden zu beginnen und dabei zeige ich keine Scheu. Manche kommen mehr, manche kommen weniger damit gut aus. Während sich Mattia meinen Zettel ansieht, muss ich mich zusammenreißen nicht laut zu lachen. Er schien keinen Plan zu haben, was das sein soll. „Es ist eine Szene aus einem Theaterstück, was wir proben sollen.“ Ich zucke mit den Schultern. Normalerweise ist das für mich eine Sache von einer halben Stunde, aber dieses Mal zog es sich wirklich arg in die Länge. Viel interessanter war es auch zu wissen, was Mattia so macht. Ich folge seinem Blick zu seinem leeren Block und muss schmunzeln. Ich bin wohl nicht der Einzige mit einer Blockade. „Natürlich sind Songtexte wie Gedichte!,“ behaupte ich entschlossen und stütze meine Hände im Gras ab. „Sie lösen genau wie Gedichte Gefühle in einem aus und beinhalten auch die Empfindungen des Verfassers,“ untermauere ich meine These. Er gibt wirklich zu, dass er eine Blockade hat und ich sehe ihn für einen Moment mitleidig an. „Das kenne ich zu gut. Ich plage mich gerade mit meinem Text, der einfach nicht in meinen Kopf will, und meine Laune ist so eisig wie der Nordpol.“ Frustriert vergrabe ich meine Hände in die Grashalme und rupfe vereinzelt ein paar aus. „Ich hatte irgendwie auch gehofft, dass die frische Luft irgendwie meinem Gehirn hilft besser zu arbeiten, aber da herrscht irgendwie Totenstille.“ Ich blicke kurz in die Baumkrone hoch und dann zurück zu Mattia. Um keine zu schlechte Stimmung zu machen, scherze ich, während ich auf mein Gesicht zeige: „Der Kopf hier dient also nur zur Deko.“ Wenn ich etwas konnte, dann über mich selbst sich lustig zu machen. „Woher kommst du?“, frage ich neugierig. Es ist immer interessant jemand Neuen kennenzulernen. Hier kommen viele Studenten aus den verschiedensten Länder her.

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BeitragThema: Re: Pausenhof   Di Jul 04, 2017 8:23 am

Post 004

Sie erklärte mir, dass es peinlich sei, weil die Anderen dann denken würden, dass sie Selbstgespräche führt. "Demnach bin ich wohl peinlich, wenn ich vor mich hinsinge?", fragte ich mehr scherzend als ernst gemeint. Ich konnte sie aber nachher verstehen. Ihre Story mit dem Typen, der meinte, sie würde von ihm schwärmen und den sie kaum mehr los wurde, war ja schon sehr lustig. Ich musste auch lachen, als sie in Gelächter ausbrach. Irgendwie war ihr Lachen ansteckend. Ausserdem mochte ich es sowieso zu lachen. Mein Blick fiel auf das Blatt Papier, das ich ihr entwendet hatte, als sie mir erklärte, dass es sich dabei um eine Szene aus einem Theaterstück handle, die sie proben sollten. "Soso, Theater also. Ich hoffe es ist eine Komödie", antwortete ich darauf mit einem Schmunzeln und gab ihr ihren Text zurück. Ihr Blick fiel auf meinen Block und sie meinte: "Natürlich sind Songtexte wie Gedichte!" Dann begründete sie ihre Antwort noch damit, dass sie Gefühle auslösen würden und die Empfindungen des Verfassers beinhalten würden. "Da kann ich dir nicht ganz zustimmen. Wenn das Lied meine Empfindungen beinhalten würde, würde es vom Schlafen handeln. Ich glaube aber kaum, dass jemand an einem Konzert ein Lied übers Schlafen hören will. Ausser vielleicht übers Schlafen mit einer hübschen Frau", sagte ich darauf direkt. Ich nahm selten ein Blatt vor den Mund und so äusserte ich auch hier meine Meinung ziemlich klar. "Natürlich muss man den Text ja irgendwie fühlen können, sonst kann man den nicht anständig Singen. Aber ich denke nicht, dass immer die Emotionen des Verfassers beinhaltet sind. Meist läuft das ja sowieso so ab, dass die grossen Stars einem Writer ein paar Stichworte geben und der dann den Text für sie abfasst. Aber das find ich irgendwie doof. Ich will das was ich singe auch selbst gemacht haben und keinen Applaus für etwas kriegen, für das ich nicht mal richtig hart arbeiten musste", führte ich dann noch weiter aus. Schliesslich gab ich zu, dass ich momentan an einem Punkt angekommen war, wo es einfach nicht vorwärts ging. "Das kenne ich zu gut. Ich plage mich gerade mit meinem Text, der einfach nicht in meinen Kopf will, und meine Laune ist so eisig wie der Nordpol", erwiderte Lexie und wieder musste ich lachen. "Das kommt aber gerade nicht so über, du kannst immerhin noch lachen, dann kann dein Gesicht noch nicht eingefroren sein", meinte ich mit einem Augenzwinkern und klappte meinen Block zu. Das Gespräch war in Gang gekommen, dann musste ich mir um den Text jetzt keine Gedanken mehr machen. Ich zog meine Sonnenbrille aus und legte sie neben den Block ins Gras. Lexie erzählte gerade, weshalb sie hier nach draussen gekommen war. Es ging ihr also gleich wie ihm, sie hatte auch gehofft, dass es hier draussen besser klappen würde. Dann scherzte sie, dass ihr Kopf hier nur zur Deko diente und ich zuckte lächelnd die Schultern. "Dann erfüllt er seinen Job, dein Kopf ist sehr dekorativ", erwiderte ich mit einem leicht schalkenden Unterton. Nun wechselte Alexandra das Thema und fragte mich woher ich war. "Ich komm aus New York und du?", antwortete ich ihr und stellte sogleich die Gegenfrage. Ich konnte sie nicht wirklich einordnen. Obwohl ich schon durch die ganze USA gereist war, konnte ich ihren Akzent nicht einem bestimmten Staat zuordnen. Vielleicht war sie ja gar nicht von hier. Oder sie war so oft umgezogen, dass sie keinen bestimmten Akzent angenommen hatte. Oder mein müder Kopf kriegte einfach nichts auf die Reihe.

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BeitragThema: Re: Pausenhof   Do Jul 06, 2017 4:03 pm

„Nein, nein, versteh mich nicht falsch,“ wehre ich seine Aussage ab und schüttle lachend den Kopf. „Etwas zu singen ist irgendwo nachvollziehbar, aber den Text von Shakespeare oder Ähnlichem runterzuschmettern ist vielleicht etwas seltsam.“ Mattia scheint auch eher einer von der offenen Sorte von Mensch zu sein, denn er lacht mit und zeigt keine Scheu. Mit Schüchternheit umzugehen war noch nie eine Stärke von mir. Ich musste ihn leider enttäuschen, was die Komödie angeht. „Nein, es ist eine tragische Liebesgeschichte, die etwas absurd endet. Ich mag manchmal die normalen Szenen aus dem Filmschauspiel einfach mehr.“ Nicht umsonst hatte ich schließlich mein Studium dementsprechend gewählt. Klar, Erwachsene sind nie begeistert davon. Sie wollen, dass man einen 'richtigen' Beruf lernt, der einem einen sicheren Arbeitsplatz beschafft. Ich hatte da eh immer Glück, da mich meine Familie so unterstützt und irgendwo Verständnis entgegenbringt. Leicht ist es allerdings nie und es herrscht natürlich desöfteren Konkurrenz. Meine Ansicht bezüglich Gedichte und Songtexten teilte er nicht ganz. Als ich gerade fragen will, warum ausgerechnet mit Schlafen, muss ich schon wieder loslachen, als er das Schlafen mit einer Frau so direkt anspricht. Er nimmt sich wirklich kein Blatt vor den Mund, aber mich soll das nicht stören. Ich bin selbst nicht viel besser. Der Satz erinnert mich aber zugleich an all die Lieder, die praktisch von Frauen handeln, die von Männer als Objekt angesehen werden. Bei sowas kann ich echt wütend werden. Es ist jedoch nicht der richtige Zeit und Ort um darüber meinen Frust auszulassen. Stattdessen erwidere ich: „So oder so müssen immer irgendwelche Emotionen übermittelt werden. Egal ob bei Schauspiel, bei Musik oder bei Kunst. Ich finde, bei manchen Stars merkt man, dass sie selbst an ihrem Song geschrieben haben. Sie bringen ihre Message einfach sehr viel authentischer rüber. Verstehst du, was ich meine?“ Ich strecke meine Beine aus und falte sie leicht übereinander. Es ist heute wirklich tolles Wetter und es war schön, es genießen zu können. Seine Bemerkung mit meinem nicht eingefrorenen Gesicht nehme ich einfach hin und schmunzle. Gerade noch war meine Laune ziemlich eisig, aber wenn ich in Kontakt mit netten Menschen komme, taut diese wieder ganz schnell auf. Dass mein Kopf dekorativ sei, war natürlich nur ein Scherz, aber ich nehme es als komplett ernstes Kompliment auf. „Dankeschön, ich weiß, dass ich wie ein Hochglanzmodel aussehe,“ sage ich zunächst zuckersüß und verziehe dann mein Gesicht zu einer Fratze. Klar, man hört es gern, wenn man von anderen als schön betitelt wird, aber darauf sollte man nicht viel Wert legen. Als er sagt, er komme aus New York, weiteten sich meine Augen und meine komplette Freude war mir gut anzusehen. „Wirklich? Ich komme auch aus New York, genauer gesagt aus Brooklyn.“ Ich grinse leicht. Es ist schön zu wissen, dass man jemanden kennt, der auch aus der gleichen Gegend stammt. „Meine Wurzeln liegen aber in Polen, deswegen habe ich auch einen unaussprechbaren Nachnamen.“ Zu oft musste ich meinen Nachnamen mehrmals wiederholen oder buchstabieren. Wirklich nur minimal nervig. „Studierst du schon lang hier oder auch erst angefangen?“

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BeitragThema: Re: Pausenhof   Sa Jul 08, 2017 10:52 am

post 005

Lexie meinte, ich solle sie nicht falsch verstehen. Etwas zu singen sei irgendwie noch nachvollziehbar aber einen Text von Sheakspeare zu retizieren nicht. "Okey vielleicht hast du recht. Aber ich denke nicht, dass jede Art von Singen verstanden ist. Stell dir vor ich sässe hier und sänge ne Oper. Oder ich würde screamen, dann würde man mich auch für verrückt halten", meinte ich lächelnd und sah sie dann wieder an. Dann erklärte sie, dass es leider keine Komödie sondern eine tragische Liebesgeschichte war. Und dass ihr die normalen Filmszenen besser liegen würden. "Kann dir niemand verübeln, mein Beileid", erwiderte ich darauf lächelnd. Ich konnte mir vorstellen wie sie sich fühlte. Zu gut erinnerte ich mich an die Gesangstunden in meiner Jugend, als ich irgendwelche klassischen Sonaten singen sollte. Obwohl das so gar nicht mein Ding war. Drum hatte ich den Gesangsunterricht dann auch bald geschmissen. Obwohl ich nun froh darum war, überhaupt jemals eine gewisse Grundbildung gehabt zu haben. Mein Kommentar über Sex löste bei Lexie ein Lachen aus und sie wurde mir echt immer sympathischer. Es gab wenig Frauen, die so locker waren wie sie. Und so offen. Das gefiel mir. "So oder so müssen immer irgendwelche Emotionen übermittelt werden. Egal ob bei Schauspiel, bei Musik oder bei Kunst. Ich finde, bei manchen Stars merkt man, dass sie selbst an ihrem Song geschrieben haben. Sie bringen ihre Message einfach sehr viel authentischer rüber. Verstehst du, was ich meine?“, sagte sie schliesslich und nun nickte ich. "Oh ja, weiss ich. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, einen Song zu singen an dem ich gar nicht mitgewirkt habe. Ich meine klar, ich hab bisher auch nicht alles selbst geschrieben aber ich war immer dabei und hab mitgeholfen. Sonst hat man ja gar keine Beziehung zum Song", erwiderte ich und lächelte wieder. Die Musik löste bei mir einfach immer ein Glücksgefühl aus, dass sich nur schwer beschreiben liess. Auf meinen komplimenthaften Scherz lächelte sie nur und bemerkte, dass sie wüsse, dass sie wie ein Hochglanzmodel aussehe. Dann verzog sie ihr Gesicht zu einer Grimasse. Nun konnte auch ich mich nicht mehr zusammenreissen und begann zu lachen. "Ich mag dich, du bist cool", erwiderte ich dann ehrlich als ich mich wieder eingekriegt hatte. So kamen wir nun auch auf ihre Herkunft zu sprechen. Es war für mich eine Überraschung, dass sie auch aus New York kam. Aber sie hätte polnische Wurzeln und deshalb einen unaussprechlichen Namen. "Okey, dann versuch ichs besser nicht, sonst beleidige ich dich noch ungewollt und dann bist du weg", erwiderte ich darauf lächelnd und fügte dann an: "Richtig cool mal jemand anderen aus dem Big Apple kennen zu lernen." Lexie fragte mich dann, ob ich schon lange hier Studieren würde. Darauf schüttelte ich nur meinen Kopf. "Ne, ich hab eben erst angefangen. Ich wollte mich nach der Highschool erst mal auf die Musik konzentrieren. Aber irgendwann sind die Jungs und ich, also meine Band, an den Punkt gekommen, an dem wir es satt hatten, immer von anderen
gemanagt zu werden und andere Leuten so viel Einfluss auf unsere Songs zu geben, nur weil wir selbst kaum Erfahrung hatten. Und so hab ich mich jetzt entschlossen, erst mal Musik zu studieren um dann was gescheites schreiben zu können", erzählte er ich ihr und fragte dann: "Und du? Bist du auch Neuling?"

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